Ein handliches Heftchen mit Tipps und Infos zum Weitergeben
Hier die JSJ-Broschüren bestellenDie stille Sprache der Beziehung – Die 5. Tiefe im Miteinander von Mensch und Tier
Die Beziehung zu unseren Tierfreunden berührt oft Ebenen, die sich mit Worten nur schwer beschreiben lassen. Wer mit Pferden, Hunden oder anderen Tieren lebt, kennt diese besonderen Momente des gegenseitigen Verstehens. Ein Blick, eine Bewegung oder einfach nur die gemeinsame Präsenz können mehr ausdrücken als viele Worte.
In meiner Arbeit als Jin Shin Jyutsu Praktikerin für Mensch und Tier begegnet mir immer wieder die Frage, warum Tiere so unmittelbar auf uns reagieren. Die Antwort finde ich häufig in den Lehren von Mary Burmeister und besonders in der Qualität der 5. Tiefe.
Die 5. Tiefe wird der Herz- und Dünndarmfunktionsenergie zugeordnet und steht für die Herzensqualität des Lebens. Sie erinnert uns an Freude, Lebendigkeit, Verstehen und die Verbindung zur universellen Lebensenergie, die durch alles Leben fließt. Wie eine kleine Herzensflamme begleitet sie unsere Entwicklung und unterstützt uns dabei, Klarheit, Frieden und Vertrauen in uns selbst zu finden.
Tiere leben auf natürliche Weise in dieser Qualität. Sie begegnen dem gegenwärtigen Moment unmittelbar. Sie reagieren nicht auf unsere Worte, sondern auf das, was wir tatsächlich ausstrahlen. Dadurch werden sie oft zu unseren ehrlichsten Lehrern.
Die 5. Tiefe als Brücke zwischen Mensch und Tier
Mary Burmeister beschrieb die Tiefen als Ausdruck universeller Lebensrhythmen.
Die 5. Tiefe erinnert uns daran, dass Harmonie entsteht, wenn Herz, Geist und Körper wieder in Einklang kommen.
Gerade Pferde zeigen uns dies auf eindrucksvolle Weise. Sie nehmen feinste Veränderungen in unserem Energiezustand wahr. Innere Unruhe, Unsicherheit oder unterdrückte Emotionen werden oft unmittelbar gespiegelt. Umgekehrt reagieren sie erstaunlich positiv, wenn wir selbst in Balance kommen.
So entsteht eine wechselseitige Beziehung, in der Mensch und Tier voneinander lernen können.
Sicherheitsenergieschloss 24 – Chaos harmonisieren und Frieden finden
Die Bedeutung des Sicherheitsenergieschlosses 24 lautet „Chaos harmonisieren, Verständnis“. Es gehört zur 5. Tiefe und unterstützt uns dabei, innere und äußere Unordnung wieder in Einklang zu bringen.
Im Jin Shin Jyutsu steht SES 24 für den Weg vom Chaos zum Verstehen. Oft suchen wir Antworten im Außen, analysieren Situationen immer wieder oder verharren in Gedanken, die uns keine Ruhe lassen. Doch wahres Verständnis entsteht nicht durch Grübeln, sondern durch innere Klarheit.
Gerade im Umgang mit unseren Tieren wird diese Qualität besonders sichtbar. Pferde reagieren unmittelbar auf Spannungen, Unsicherheiten oder innere Konflikte ihres Menschen. Sie nehmen wahr, wenn wir gedanklich feststecken oder emotional aus dem Gleichgewicht geraten sind. Häufig spiegeln sie uns genau die Themen, die in uns selbst noch nach Ordnung und Verständnis suchen.
SES 24 erinnert uns daran, Frieden mit dem zu schließen, was ist. Es unterstützt uns dabei, festgefahrene Gedankenmuster, Ärger, Eifersucht, Enttäuschungen oder innere Unruhe loszulassen und einen größeren Zusammenhang zu erkennen. Aus der Qualität der 5. Tiefe heraus kann die Herzenskraft wieder spürbar werden und uns zurück zu unserem inneren Frieden führen.
In der Beziehung zu unseren Tieren bedeutet dies, ihnen nicht mit Erwartungen oder Bewertungen zu begegnen, sondern mit Offenheit und Verständnis. Wenn wir das Chaos in uns selbst harmonisieren, entsteht oft auch im Außen mehr Ruhe. Pferde reagieren auf diese Veränderung häufig mit mehr Gelassenheit, Vertrauen und Präsenz.
SES 24 schenkt uns die Möglichkeit, hinter die Oberfläche zu blicken und den tieferen Sinn einer Situation zu erkennen. Aus diesem Verstehen heraus können Frieden, Klarheit und neue Kraft entstehen – für uns selbst und für die Beziehung zu unseren Tieren.
„Ich komme zu innerem Frieden. Ich lasse das Chaos hinter mir.“
Sicherheitsenergieschloss 25 – Stilles Erneuern
Die Bedeutung des Sicherheitsenergieschlosses 25 lautet „stilles Erneuern“. Es gehört zur 5. Tiefe und unterstützt die Kraft der Regeneration auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene.
Mary Burmeister erinnert uns immer wieder daran, dass Heilung nicht durch Anstrengung entsteht, sondern aus dem natürlichen Fluss der Lebensenergie. Genau diese Qualität begegnet uns auch bei unseren Tieren. Besonders Pferde zeigen uns, wie wichtig Momente der Ruhe und des einfachen Seins sind.
In einer Welt voller Reize, Erwartungen und ständiger Aktivität lädt uns SES 25 ein, innezuhalten. „Sei still und wisse“ beschreibt seine Qualität sehr treffend. Es erinnert uns daran, dass die Quelle unserer Kraft nicht im Außen liegt, sondern in uns selbst.
In meiner Arbeit mit Pferden beobachte ich häufig, dass nicht nur körperliche Belastungen, sondern auch innere Unruhe, Erschöpfung oder dauerhafte Anspannung den Energiefluss beeinträchtigen können. Gerade sensible oder ältere Pferde profitieren oft von der regenerierenden Qualität dieses Schlosses. Es unterstützt den Organismus dabei, wieder in seinen natürlichen Rhythmus zurückzufinden und neue Kraft zu schöpfen.
Auch in der Beziehung zwischen Mensch und Tier spielt SES 25 eine besondere Rolle. Wenn wir selbst zur Ruhe kommen, entsteht oft eine tiefere Verbindung. Pferde reagieren auf diese innere Stille erstaunlich fein. Sie beginnen loszulassen, werden präsenter und finden leichter in ihr eigenes Gleichgewicht zurück.
SES 25 erinnert uns daran, dass Regeneration mehr ist als Erholung. Es ist die Fähigkeit, immer wieder zu unserer inneren Quelle zurückzukehren – dort, wo neue Kraft, Klarheit und Lebendigkeit entstehen können.
„In mir selbst liegt alle Kraft. Sei still und wisse.“
Sicherheitsenergieschloss 26 – Das Leben umarmen
Die Bedeutung des Sicherheitsenergieschlosses 26 lautet „Vollständig – was war, ist und sein wird“. Es wohnt in der 5. Tiefe und wird gleichzeitig der 6. Tiefe zugeordnet. Damit verbindet es die Qualitäten der 5. Tiefe mit dem Bewusstsein für den größeren Rhythmus des Lebens.
SES 26 steht für vitale Lebenskraft, inneren Frieden und die Verbindung zu etwas Größerem, das uns trägt. Es erinnert uns daran, dass wir Teil eines umfassenden Lebensrhythmus sind. Wenn dieses Schloss harmonisch schwingt, können wir das Leben mit all seinen Erfahrungen annehmen und umarmen – ohne im Vergangenen festzuhalten oder uns um die Zukunft zu sorgen.
Gerade unsere Tiere leben uns diese Qualität jeden Tag vor. Sie verweilen nicht in dem, was gestern war, und sie machen sich keine Gedanken darüber, was morgen sein könnte. Sie begegnen dem Leben im gegenwärtigen Augenblick.
Besonders Pferde laden uns immer wieder ein, ebenfalls im Hier und Jetzt anzukommen. Sie reagieren auf unsere Präsenz, auf unsere Lebendigkeit und auf unsere innere Ruhe. Wenn wir gedanklich abwesend oder von Sorgen belastet sind, nehmen sie dies unmittelbar wahr. Sind wir hingegen ganz gegenwärtig, entsteht oft eine tiefe Form von Verbindung, die keiner Worte bedarf.
SES 26 unterstützt uns dabei, Stress und die Anforderungen des Alltags loszulassen. Es hilft uns, wieder Zugang zu unserer natürlichen Lebenskraft zu finden und das Leben mit offenem Herzen anzunehmen. So entsteht Harmonie für Geist, Seele und Körper.
In der Beziehung zu unseren Tieren kann uns SES 26 daran erinnern, dass wahre Begegnung immer im gegenwärtigen Moment stattfindet. Dort, wo wir das Leben
„Ich erkenne totalen Frieden. Ewige Herrlichkeit des grenzenlosen Lebens.“
Wenn wir die Qualitäten von SES 24, 25 und 26 betrachten, erkennen wir einen Weg, den uns auch unsere Tiere immer wieder vorleben. Zunächst dürfen wir das Chaos harmonisieren und verstehen (24), dann zur Ruhe kommen und neue Kraft schöpfen (25), um schließlich das Leben in seiner ganzen Fülle anzunehmen (26).
Vielleicht liegt darin eines der größten Geschenke unserer Tierfreunde. Sie erinnern uns täglich daran, präsent zu sein, dem Leben zu vertrauen und die Verbindung zu unserem eigenen Herzen wiederzufinden. In dieser stillen Sprache der Beziehung können Mensch und Tier einander begegnen – jenseits von Worten, in einer gemeinsamen Erfahrung von Harmonie, Frieden und Lebendigkeit.
Ich durfte zwei kleine Fohlen bereits begleiten, als sie noch im Bauch ihrer Mutterstuten heranwuchsen. Inzwischen sind sie schon acht Wochen alt und entwickeln sich jeden Tag ein Stück weiter. Die Energieschlösser der 5. Tiefe habe ich bei ihnen immer wieder geströmt, denn gerade in den ersten Lebenswochen sind Liebe, Geborgenheit und die natürliche Herzensgüte von großer Bedeutung. Es berührt mich jedes Mal aufs Neue, wie offen und dankbar die Kleinen diese Unterstützung annehmen.
Am Anfang eines Lebens gibt es vieles, das sich erst ordnen und entfalten möchte. Neues wird entdeckt, Erfahrungen werden gesammelt und manches innere und äußere Chaos darf harmonisiert werden. Daraus kann Regeneration entstehen und die eigene Lebenskraft sich frei entfalten. So dürfen die Fohlen Schritt für Schritt in das hineinwachsen, was sie sind, was sie waren und was sie sein werden – getragen von Vertrauen, Liebe und dem natürlichen Rhythmus des Lebens.
Artikel für Main Central – 19.06.2026 von Jennifer Ondera, JSJ-Praktikerin für Mensch und Tier
