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Fortbildung: Jin Shin Jyutsu in der Begleitung Sterbender (23.04. und 21.05.26)

Meine Voraussetzungen für die Fortbildung
Grundlage dafür, dass ich mich kompetent für die o. g. Fortbildung fühlte, war eine 2013 als Teilnehmer durchgeführte Ausbildung mit dem Thema „Ein anderer Umgang mit Sterben und Tod – Möglichkeit einer würdigen Lebensbegleitung sterbenskranker Menschen“ bei einem Bremer Hospizhilfe-Verein, dann eine ambulante ehrenamtliche Begleitung von Menschen mit zum Tode führenden Krankheiten bis 2015, des Weiteren eine ehrenamtliche gastnahe Mitarbeit in dem Bremer Hospiz „Brücke“ von 2015 bis 2022, die dadurch beendet wurde, dass ich mich nicht dem Druck der Gesundheitsbehörde zur Corona-Impfung beugte. Zusätzlich praktiziere ich seit 41 Jahren Jin Shin Jyutsu, habe es als Lehrer an der Schule in Projektwochen unterrichtet, eigene Selbsthilfegruppen in Bremen seit 2018 aufgebaut und halte regelmäßig Vorträge über Jin Shin Jyutsu an der AWO in Bremen.

Sinnvolle Vorteile von Jin Shin Jyutsu im Hospiz
In meiner Begleitung sterbenskranker Menschen ambulant wie stationär wurde mir der Segen dieser alten
Harmonisierungskunst sehr bewusst durch ihre sanfte Anwendung, eine nicht-invasive Berührung der Hände an
verschiedenen Stellen des Körpers, was als Resultat oft für eine Erleichterung des Weges für Menschen an der Schwelle zum Übergang vom Leben zum Tod sorgte. Viele standen Jin Shin Jyutsu zuerst skeptisch gegenüber, weil es etwas vollkommen Neues für sie war. Nachdem sie es aber in einer Anwendung ausprobiert hatten, wollten sie bei meinen weiteren Besuchen immer wieder in den Genuss des Strömens kommen. Es schenkte ihnen Ruhe und Trost und konnte helfen, zu einer inneren Akzeptanz ihrer Situation zu gelangen. Wenn es kaum noch oder schwer gelang, über verbale Kommunikation einem Menschen beizustehen, konnte man z. B. in Stille über das Halten verschiedener Finger dazu beitragen, dass Einstellungen wie Sorge, Angst, Wut, Trauer oder Bemühung sich lösten und harmonisiert wurden. Der/die Sterbende erfuhr oft eine tiefe Entspannung in einer Anwendung und erlebte den beruhigenden Effekt als sehr angenehm. Letztendlich wurde auch deutlich, dass die mit Jin Shin Jyutsu begleiteten Menschen auf eine sehr friedvolle Weise den Übergang vom Leben zum Tod erfahren durften.

Neues Format für die Einführung in Jin Shin Jyutsu
Schon relativ früh nach Beginn meiner ehrenamtlichen Arbeit am Hospiz Brücke wurde ich von mehreren Pflegekräften und auch der Koordinatorin angesprochen, was ich denn da Besonderes mit den sterbenskranken Menschen mache, da recht viele positive Rückmeldungen an sie herangetragen wurden. So kam es dazu, dass ich anbot, eine Gruppe abzuhalten, die theoretisch wie praktisch in Jin Shin Jyutsu einführte. Sowohl andere Ehrenamtliche als auch Pflegekräfte nahmen dann daran teil. Mir wurde bewusst, dass anfänglich ein kürzeres Format sinnvoll sei, um die Interessierten mit Jin Shin Jyutsu bekannt zu machen. Ein über ein Wochenende dauernder Selbsthilfekurs wäre für den Anfang viel zu lang gewesen und wäre über das erste Interesse weit hinausgegangen. So bot ich in meiner Einführung zwei dreistündige Teile an im Abstand von einem Monat, so dass erstes Wissen gut persönlich integriert werden konnte und nach einem Monat die Möglichkeit bestand, über eigene Erfahrungen zu sprechen und dann das Angebot um weiteres Wissen zu erweitern. In dem ersten Teil der Einführung machte ich die TeilnehmerInnen kurz mit dem geschichtlichen Hintergrund und der Entwicklung von Jin Shin Jyutsu bekannt, ging auf die Verwendung der Hände beim Strömen ein und vermittelte den Hauptzentralstrom in Theorie und Praxis als auch einige kurze effektive Haltungen aus dem ersten Selbsthilfebuch. Im zweiten Teil einen Monat später unterrichtete ich die effektive Praxis des Fingerströmens und ging dabei auch auf den hiermit verbundenen Begriff der Tiefen ein.

Erfolg einer anderen Herangehensweise im Unterricht
Über die Jahre hinweg merkte ich immer wieder, dass diese anfängliche Heranführung an Jin Shin Jyutsu gut fruchtete und weitere Gruppen nach sich zog, die sich dann mit den anderen Strömen der Selbsthilfebücher beschäftigten. Ich blieb bei der zeitlichen Ausrichtung der Gruppen auf drei Stunden und unterrichtete jeweils nur einen Strom oder etwas zu den Sicherheitsenergieschlössern zur Zeit. Viele Leute kamen wieder, erhielten immer wieder neue Impulse und waren zufrieden damit, eine wohlportionierte Menge an Wissen zu erhalten, die gut in ihr Leben integrierbar war.

Zusätzliche Aspekte hinsichtlich der Fortbildung von Ehrenamtlichen eines Hospiz-Vereins
In dieser Weise ging ich auch in der Fortbildung der 15 Ehrenamtlichen im März/April diesen Jahres vor, die mir mit großem Interesse folgten. Während der erste Teil der Einführung sehr auf die Selbstfürsorge der Ehrenamtlichen ausgerichtet war und ihnen bei der inneren Bewältigung der nicht immer einfachen Begegnungen mit den sterbenskranken Menschen hilft, erweiterte der zweite Teil das Kennenlernen von Jin Shin Jyutsu um die Dimension des Fingerströmens, welches einerseits bei sich selbst angewendet werden kann, und hilfreich für die Verarbeitung der unterstützenden Begegnungen ist, andererseits aber auch gleich sinnvoll in der Sterbebegleitung der „Gäste“ eingesetzt werden kann. Am Ende des 2. Teils der Einführung stand noch die Besprechung verschiedener Möglichkeiten der Anwendung von Jin Shin Jyutsu, wozu ich ein Handout herausgab, welches auf der vorliegenden Literatur, des Buches von Judith B. Andry („Berührender Abschied“ ISBN 978-3-930530-14-4) und des Themenkurses von Martina Six (endlich. Annäherung an das Thema Sterben. Begleitung auf allen Ebenen mit Strömen aus Text 1 und Text 2) bestand. Dieses Handout geht noch einmal genauer auf das Fingerströmen ein (Zeitrahmen, Sequenzen, Kombinationsmöglichkeiten), auf den Finger-Zehen-Strom, auf Haltungen an den Füßen (SES 5 und SES 16), auf das Wadenhalten und auf die Sequenz von SES 8 (tiefe 8) mit SES 16.

Michael Radtke, Jin Shin Jyutsu-Praktiker, E-Mail:

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