Ein handliches Heftchen mit Tipps und Infos zum Weitergeben
Hier die JSJ-Broschüren bestellenJSJ-Selbsthilfe mit Kindern
Meine vier Kinder sind mit Jin Shin Jyutsu aufgewachsen. Sie wurden von mir viel geströmt. Sie strömen sich gegenseitig. Und sie strömen auch sich selbst. Wenn Kinder so ins Jin Shin Jyutsu hineinwachsen, ist es für sie ganz selbstverständlich, sich in allen Lebenslagen zu strömen, und die Frage, ob und warum es funktioniert, stellt sich für sie gar nicht. Es ist ein integrierter Bestandteil ihres Lebens.
Als ich vor einigen Jahren begann, bei uns zu Hause Selbsthilfekurse für Erwachsene zu geben, waren auch oft die Kinder mit dabei. Und irgendwann fragten sie mich dann, ob ich nicht auch für Kinder solche Kurse anbieten könnte. Einige ihrer Freunde und Freundinnen würden sich sicher dafür interessieren.
Da ich als Pädagogin bereits viel mit Kindern gearbeitet hatte, griff ich diese Idee mit Begeisterung auf. Und so kam mein erster Jin Shin Jyutsu-Selbsthilfekurs für Kinder zustande. Zuerst mit Freunden meiner eigenen Kinder, doch es sprach sich schnell herum und die Nachfrage nahm zu. Ich begann mit ein bis zwei Nachmittagen pro Kurs. Das Alter der Kinder liegt zwischen 6 und 15 Jahren. Ab 15 oder 16 kommen die Jugendlichen dann in die Erwachsenenkurse, die natürlich ausführlicher und intensiver sind.
Die Kinderkurse sind einfach, übersichtlich und praxisorientiert. Die Themen richten sich nach der Altersgruppe und die Kinder lernen Griffe und Sequenzen, die sie sofort anwenden können.
Zuerst lernen sie die Bedeutung der einzelnen Finger kennen, veranschaulicht mithilfe weißer Baumwollhandschuhe, die die Kinder in den jeweiligen Farben der einzelnen Tiefen bemalen und beschriften. Und natürlich werden die Finger auch gleich gehalten. Es ist immer wieder erstaunlich, wie offen und vorbehaltlos Kinder dabei mitmachen. Sie scheinen noch einen natürlichen Zugang zu solchen Dingen zu haben, sind jedesmal sofort mit Begeisterung dabei, halten ihre Finger und warten auf das „Strömen“ und die Freude ist groß, wenn sie es spüren. Das ist immer wieder faszinierend.
Natürlich behandeln wir dann auch den Hauptzentralstrom, in Theorie und Praxis. Anschließend greife ich verschiedene Themen auf, die auf Probleme eingehen, die in der Regel bei den meisten Kindern im Alltag anstehen, wie Ängste, Schmerzen, Konzentration in der Schule, einfache Krankheitssymptome usw. Ich zeige ihnen Griffe, die sie bei verschiedenen Problemen ganz einfach anwenden können. Es geht mir darum, dass die Kinder das Geschenk des Jin Shin Jyutsu direkt in ihrem Leben umsetzen können. Als Hilfe für den ganz „normalen Alltag“. Natürlich kommen dann von den Kindern auch noch Themen, Fragen, Wünsche.
Es ist mir wichtig, dass die Kinder sich selbst besser wahrnehmen und kennenlernen, sich ernst nehmen und in die Eigenverantwortung finden. In der Montessoripädagogik gibt es den Grundsatz, „Hilf mir, es selbst zu tun“, und im Jin Shin Jyutsu wird dieser Satz zu: „Hilf mir, mir selbst zu helfen“.
Jin Shin Jyutsu als die „Kunst des Schöpfers für mich persönlich“, mich selbst kennenzulernen, mir selbst helfen zu lernen.
Natürlich erfahren die Kinder in den Kursen auch, was Jin Shin Jyutsu eigentlich ist, woher es kommt, dass es durch Jiro Murai wiederentdeckt und durch Mary Burmeister weiterverbreitet wurde usw.
Dann gibt es nach Bedarf Auffrischungs- oder weiterführende Kurse. „Ich hatte für die Kinder zum Mitnehmen ein kleines Skript erstellt und es nach und nach erweitert, in dem sie immer wieder mal das Gelernte nachlesen konnten, und das inzwischen zu einem Buch geworden ist.
Die Freude und Begeisterung, mit der Kinder sich die Kunst des Jin Shin Jyutsu aneignen wollen, ihre vorbehaltlose Offenheit faszinieren mich bei jedem Kurs aufs Neue. Die allermeisten Kinder wenden die Griffe sofort mit Begeisterung an, sind sehr wissbegierig und möchten immer noch etwas Neues dazulernen. Und das Strömen funktioniert wunderbar. Die Kinder erzählen immer wieder von ihren Erfolgen, wie sie sich in der Schule Dinge besser merken können, wie sie „die Kopfschmerzen der Mama weggeströmt“ haben oder dem Papa für die Behandlung seiner Rückenschmerzen den Zentralstrom gezeigt haben. Da gibt es viele schöne Geschichten. Diese Arbeit mit Kindern ist sehr bereichernd und es ist wunderschön, wenn sich gerade auch durch die Kinder mit ihrer selbstverständlichen und unvoreingenommenen Art das Jin Shin Jyutsu weiterverbreitet.
Von Tina Stümpfig-Rüdisser aus: The Main Central Nr. 38, Sommer 2009
