Ein handliches Heftchen mit Tipps und Infos zum Weitergeben
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„Mein Hund lässt sich nicht strömen, der läuft immer weg! Was kann ich denn da machen?“
Ich höre diese Frage oft in meinen Kursen und habe selbst einen Hund, der so Einiges macht, wenn ich ihn strömen möchte – außer still zu halten und zu entspannen. Zwingen will ich ihn natürlich nicht, aber manchmal fällt es mir schwer, nicht enttäuscht zu sein, sondern seine Reaktion anzunehmen. Na gut, sage ich mir, lasse meine Schultern fallen und atme einige Male tief aus. Oft ist mein Hund dann wie ausgewechselt! Auf einmal bleibt er ruhig liegen und genießt meine Berührung.
Falls nicht, halte ich gerne Sicherheitsenergieschloss 22 – nicht bei ihm, sondern bei mir! Mein Hund fordert mich derweil zum Spielen auf und ich sitze einfach neben ihm „glücklich und zufrieden, wo immer ich bin“. Ach 22, du bist fantastisch!
Nach ein paar Minuten wird mein Atem ruhiger und ich starte einen neuen Versuch bei meinem Hund. Intensiv schnüffelt er an meiner Hand, steht auf, schüttelt sich und legt sich wieder hin, zwei Meter neben mir. Freundlich schaut er mich aus seinen brauen Augen an: „Hast du es immernoch nicht verstanden?“ Ich kenne diesen Blick. Mein Hund ist unbestechlich. Wenn er nicht geströmt werden möchte, habe ich keine Chance.
Seufzend (ich bin damit nicht immer im Frieden) folge ich den Wünschen meines Vierbeiners und ströme mich selbst. Jeden Finger und die Handfläche oder was auch immer gerade ruft. Ich könnte doch auch … bei mir strömen, denke ich, das ist bestimmt gut für meinen Hund – und schon steht er wieder auf und geht. Mein Hund kann offensichtlich meine Gedanken lesen und will noch immer nicht geströmt werden.
Reuevoll kehre ich zurück zum Strömen meiner Finger. Ausgiebig. Irgendwann fallen mir die Augen zu, so gemütlich, wie ich auf dem Sofa liege. Das letzte, was ich noch höre, ist das Schnarchen meines Hundes. Er liegt auf dem Rücken, alle Viere von sich gestreckt, tief entspannt.
„Unneedy hands“ sagt Adele Leas dazu. Sie lädt uns ein, beim Strömen von Tieren absichtslos zu sein. Nichts erreichen zu wollen, nichts geben oder verändern zu wollen, sondern mit deinem Tier zu sein.
Mein Hund erinnert mich immer wieder gerne daran, was das für ihn heißt. Er lässt sich nur strömen, wenn ich ganz bei ihm bin – und nicht in meinem Kopf. Meine Hände stelle ich ihm beim Strömen zur Verfügung und er entscheidet, was heute dran ist.
Viele Tiere reagieren mit Weglaufen, wenn wir sie strömen möchten und mancher Mensch denkt dann, dass sein Tier „strömen eben nicht mag“. Oft ändert sich das, wenn du zuerst dich selbst strömst und so Stress und Spannung bei dir löst.
Von Dr. Gundula Zubke
