Ein handliches Heftchen mit Tipps und Infos zum Weitergeben
Hier die JSJ-Broschüren bestellenEnergie im Klassenzimmer
Einführung
Der Raum für Entwicklungsschritte wird in der Grundschule über vielfältige und bestenfalls ganzheitliche Ansätze geschaffen. So entschied ich mich nach wenigen Jahren Berufserfahrung dazu, die Einflüsse, die mich selbst positiv geprägt haben, in den Schulalltag fließen zu lassen, auch wenn ich damit sehr lange Zeit allein „auf weiten Fluren“ unterwegs war.
Um lernen zu können, benötigt der Körper Zugang zu seiner Energie – die bestenfalls frei, unbeschwert und ungehindert fließen kann. Körper und Geist können im Einklang so viel mehr generieren und speichern als unter Stress und Unsicherheit und schlimmstenfalls unter Erschöpfung oder Unterdrückung von Bewegung und Gefühlen.
Kuscheltier-Elefant Thuy begann somit damals die Schüler*innen der 1. Klasse mit seinen Yoga-Übungen zu begleiten. Aus dem fernen Indien ist er zu Besuch gekommen. Im Sommer nutzen wir dazu den frühen Morgen. Bei gutem Wetter sind wir dabei im Schulgarten. Es geht um Balance, Lebensfreude, Achtsamkeit und die Reflektion über die Dinge, die sich uns in unserer Umwelt zeigen und die sich in den verschiedenen Asanas/Positionen widerspiegeln (Mondphasen, Jahreszeiten, Tiere, Natur). Thuy bekam zum Halbjahr Besuch von der Kuscheltier-Froschdame Bahini. Sie besucht die Klasse aus dem fernen Nepal. Sie brachte den Kindern das Meditieren bei, unterstützte im Unterrichtsalltag durch Stillezeiten und weckte die Neugier für die Innenwelt der Kinder. Das Schließen der Augen spiegelt Vertrauen wider – auch in die Klassengemeinschaft.
Die beiden Kuscheltiere Thuy und Bahini waren zu Beginn des 2. Halbjahres sehr aufgeregt, denn ein alter Freund von Ihnen kündigte seinen Besuch an. Jiro ist ein alter Kuscheltier-Orang-Utan und reist aus dem fernen Japan an (Foto 1). Geboren ist er auf Sumatra, wo auch heute Teile seiner Familie noch frei leben können. Doch ihr Lebensraum schrumpft. Daher machte sich Jiro auf den Weg nach Japan zum dort ansässigen Orangutan Research Center, wo er sich Hilfe erhoffte. Jiro entdeckte in Japan aber so viel mehr, wie man sich selbst und auch anderen helfen kann. Er lernte, wie man die Energie im Körper spüren und aktivieren kann. Dieses Wissen will er auch unbedingt mit anderen teilen. Die Vorfreude und dann auch Überraschung war groß, als Jiro die Kinder in der Klasse endlich wirklich besucht hat (es gab aufgrund der Entfernung Herausforderungen). Zuvor wurde uns sein Handgepäck zugesendet (Foto 2), welches die Kinder mit Staunen und Vorsicht begutachteten: Ein Memoriespiel mit allen 26 SES (Susanne Wirsching), eine Körper-Übersichtskarte aller 26 SES sowie eine Finger-Gefühls-Übersicht, als auch Finger-Mudra-Karten (Mona Harris) (Foto 3).

Foto 1, Foto 2 und Foto 3 (Urheberin: Angelina Rolla)
Teil 1: JSJ im Klassenzimmer
Jiro, der alte Orang-Utan, brachte nun auch uns Kindern bei, wie wir die Energie in unserem Körper spüren und aktivieren können.
Das Berühren und Benennen aller 26 SES in der richtigen Reihenfolge wurde ein Bewegungsspiel (Sage: „Eins“ – berühre SES 1, usw.). Die Kinder lernen die Zahlen somit in der 1. Klasse auf deutsch und später englisch sowie in der zweiten Klasse dann ganz auf englisch. Meine Klasse konnte das Bewegungsspiel so gut umsetzen, dass auch bereits in der zweiten Klasse die 3. Fremdsprache Spanisch hinzukam. Murmeln, unsere sogenannten „Energiekugeln“, halfen vielen Kindern dabei wieder den Kontakt zu ihrem eigenen Körper herzustellen. Sie sind es noch/nicht mehr gewohnt sich selbst eine Zeit lang am Körper zu berühren. Die Murmeln halfen als Vermittler spielerisch diese Brücke aufzubauen. Sie dürfen natürlich auch nicht runterfallen, da in ihnen Energie gespeichert ist 😉
Die Finger-Gefühlskarte half beim Einstieg in das Thema Gefühle und auch immer wieder bestimmte Situationen wertungsfrei refklektieren zu können. In Streitschlichtgesprächen wurde diese Karte immer wieder hinzugezogen und half den Kindern den Gefühlen einen Namen/Ausdruck zu geben.
Einige Kinder, die mit dem Thema Meditation bereits im häuslichen Umfeld in Kontakt gekommen waren, konnten auch schnell die Finger-Mudras umsetzen und dabei ihre Feinmotorik schulen. Weiter gedacht ist auch hier ein Bewegungsspiel auf Zeit/Zeichen denkbar, als dass die Mudras beispielweise in einer bestimmten Reihenfolge gewechselt werden müssen (Abwechselnd Mudra 1 und Mudra 2 halten für ein gelungenes Gehirnjogging).
Es ist auch möglich Lernen mit Bewegung zu erweitern und mathematische Aufgaben bspw. der Subtraktion zu lösen (Sage: „7“ – berühre SES 7. Sage: „minus 3“ – berühre SES 3). Nenne die Antwort: 4. Auch die Addition und das Einmaleins ist damit umsetzbar. Es sei darauf hingewiesen, dass dafür aber vorher definitv ein Mengenverständis geübt und verinnerlicht werden muss ( 3 = O O O Einheiten von etwas). Spielerisch konnten die Kinder das Einmaleins erfahren, indem die Memoriekarten der 26 SES immer wieder angeordnet und verschieden gelöst wurden (6×2 als natürliche Lösung von gefundenen Pärchen und als andere Möglichkeiten 2×6, 3×4, 4×3, 1×12, 12×1). Ein Schüler erarbeitete sich auch sein eigenes Memoriespiel (Foto 4).
Einmal von mir als Lehrkraft eingeführt, sind die verschiedenen Energiearbeiten den Kindern in der Klasse immer frei zugänglich (Foto 5). Kurze Erholungsphasen können selbstständig gewählt werden und begleiten den Unterrichtsalltag ganz beiläufig nach Absprache. Während des Unterrichtes stehen die Kinder also auf, um sich bestimmte Energiepunkte auf dem Plakat anzuschauen und sich selbst zu strömen. Wenn Kinder bestimmte Gefühle nicht einordnen können, die sie gerade vom Lernen abhalten oder einen Streit verursacht haben, so nehmen sie sich die Übersichtspostkarte der Finger zu Hilfe. In Zusammenwirken aller Energietechniken zieht sich ein Kind auch beispielweise in die Leseecke zurück, um zu meditieren oder begibt sich innerhalb einer Gehmeditation hinunter zum Schulgarten. Ein Anderes geht mit der Yogamatte auf den Flur, um seine Übungen zu machen.
Alles „einfach ausschauende“ und beiläufig erscheinende bedurfte vielen Absprachen, Abstimmungen und Gesprächen, die das soziale Miteinander in hohem Maße mitgeprägt haben. Eine Arbeit, die ich jedem, der in der Lehre tätig ist, nur wärmstens ans Herz legen kann. Erkenne Dich und Deine Bedürfnisse – dann kannst du auch den anderen akzeptieren lernen und deine Grenzen kommunizieren.
Mit Herzensgrüßen
Angelina Rolla

Materialquellen:
Körper-Übersichtskarte aller 26 SES, Finger-Gefühls-Übersicht, Muda-Karten von
Mona Harris (https://www.monaharris.de/de/shop/)
Memoriespiel von Susanne Wirsching (https://jsj-verein.de/jin-shin-jyutsu-memory-und-mehr/)
